Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum

Als Nicole mich bat einen Artikel über „mein“ LCHF zu schreiben, verbrachte ich viel Zeit damit die richtigen Worte zu finden und war doch nie wirklich zufrieden. .

Seit August 2009 ernähre ich mich nach LCHF und mein ganzes Leben hat sich auf den Kopf gestellt. Fast nichts ist mehr so, wie es war.

Wie war es… „vor LCHF“?

Es ist natürlich nicht so schwierig in wenigen Worten zunächst aufzulisten, dass ich mit meinen mehr als 120 kg schwer übergewichtig war, dass ich hohen Bluthochdruck hatte, der medikamentös eingestellt war, unter ständigen Rückenschmerzen litt, die mich nachts sogar regelmäßig  aus dem Schlaf rissen. Da waren die schmerzende Beine nach dem Aufwachen, so dass ich mich zunächst auf der oberen Etage „warmlaufen“ musste, bevor ich den Abstieg in die unteren Gefilde wagte und ich bin mir sehr sicher, dass der Diabetes schon vor der Tür stand, mit erhobener Hand, um an meine Tür zu klopfen.

Nein, dies aufzulisten ist wirklich nicht kompliziert.

Aber was ist mit den ganzen „Seelendingen“ dazwischen? Mit der Wut über die eigene Disziplinlosigkeit, die Trauer um einen selbst? Die Kraftlosigkeit, die Tag für Tag zunimmt?

Anfang Sommer 2009 glaubte ich eigentlich nicht mehr, dass ich jemals die Kehrtwende schaffen würde. Ich war verzweifelt. Ich hatte keine Lust mehr. Auf gar nichts.

Durch Zufall las ich einen Eintrag in einem Forum, in dem eigentlich miteinander Schwedisch „geplaudert“ wurde, von einer gewissen Nicole Lindborg.

Sie schrieb über LCHF. Eine Ernährung, die in Schweden bereits Furore machen würde. Sie wies auf ihre Website hin und ich verbrachte die nächsten Tage damit zu lesen. Konstant zu lesen. Und vor allem… beim Lesen zu nicken!

Es erschien mir so logisch.

Ich würde anfangen mich nach LCHF zu ernähren. Glasklar. Also nach den Ferien natürlich.

Aber bereits während des Urlaubs begann ich die Kohlenhydrate zu reduzieren und nach nur einer Woche fühlte ich mich um einiges besser, erleichtert, zufriedener und schlanker. Der Verzicht auf stärkehaltige KHs machte mir gar nichts aus und ich aß bereits in diesem Urlaub noch nicht einmal ein Eis.

Ich hatte schon länger keine Waage mehr betreten. Aber beim letzten Mal hatte ich die ganz große 125 gesehen!!

Jetzt spürte ich plötzlich diesen neuen Schwung. Begeistert davon ließ ich mich von meinem Mann fotografieren. Und ich weiß noch genau, wie schön ich mich damals gefühlt habe, da auf meinem Stein.
Zuhause vor dem Rechner… die Fotos des Urlaubs flackerten auf dem Bildschirm auf. Ich hatte Magensausen vor Freude. MEIN Foto.

Die Familie um mich herum. Ich konnte es kaum noch aushalten.

Und als ich dann mich auf dem Stein sitzen sah, die ganze „fette Wahrheit“, wurde mir schlecht und die Tränen schossen mir in die Augen. Als hätte man mir die rosarote Brille von den Augen gezogen, den Boden unter den Füßen weggerissen.

Ich schluckte und schämte mich. Und während meine Kinder vor Verzückung in größten Jubel über das tolle Foto ausbrachen (“Mama, was für ein tolles Bild. Du bist so schön!”), wurde mir schlagartig klar, dass es so nicht weitergehen konnte, dass der Weg vor mir enorm und nicht mit zwei Wochen halbherzigem LCHF zu ebnen war.

So eine Situation wäre normaler Weise die beste Grundlage für eine ausgiebigste Essattacke gewesen. Aber mir schnürte es die Kehle zu, da ging kein Essen durch!

Ich schrieb Nicole Lindborg in meiner Verzweiflung per Mail an und bat um Zugang zum Forum. Und ab dem Tag der Freischaltung war ich aktives Forenmitglied. Zunächst zögerlich, eher lesend, aber mit den Erfolgen kam der Mut.

Im Forum wurde ich stets liebevoll mit Tipps und Hilfestellung versorgt, menschlichen Zuspruch gab es reichlich und immer ein offenes Ohr. Ich habe dort viele spezielle, besondere, wertvolle Menschen kennenlernen dürfen und hatte sogar das Vergnügen schon einige von ihnen persönlich zu treffen.

Vom ersten Tag meiner Ernährungsumstellung an war der Heißhunger, der mich über Jahre gequält hatte, verschwunden und ich durfte erleben, wie herrlich es ist, sich mit gutem Gewissen entspannt satt zu essen!

Das Ende der Lightprodukte und das geschmackliche Wiederentdecken der Lebensmittel mit ihrem natürlichen Fettgehalt war eine Offenbarung, eine orale Explosion.

So schwierig manchen die starke Reduzierung der Kohlenhydrate auch gedanklich zunächst erscheinen mag, es war tatsächlich völlig problemlos.

Und ich werde nie wieder anders essen wollen, da bin ich mir sicher.

Gleichzeitig eröffnete ich meinen LCHF-Blog, den ich mit großer Leidenschaft führe. Dort schreibe ich täglich über meinen Weg mit LCHF.

Jetzt sind beinahe zwei Jahre vergangen und ich fühle mich wie ein neuer Mensch.

Nahezu 40 Kilo habe ich seit August 2009 abgenommen und bin täglich dankbar dafür, dass ich LCHF für mich gefunden habe.

Aber ich habe nicht nur viel Gewicht verloren, sondern ich war bereits nach einem Jahr kein Bluthochdruckpatient mehr! Die täglichen Tabletten gehören der Vergangenheit an.

Da ich mit dieser neuen Ernährung sehr viel Energie aufbaute, fand ich darüber hinaus schnell den Weg zum Sport. Vom Wandern und Walken ging ich bald zum Joggen über.

Ostern 2011 stellte ich mich einer großen Herausforderung:

Ich machte den Trainerschein, offizielle C-Lizenz im Breitensport, und bin seit Anfang Juni Trainerin einer eigenen Bodystylinggruppe.

 

 

Ja, träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum.

Das kannst du.

Genau wie ich es konnte.

 

Annika Brettfeld-Rask alias Sudda Sudda

 

 

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