Cassiopeia: LCHF bei Typ-3c-Diabetes

LCHF ist nicht nur gut für meine Gesundheit, sondern auch für mein Wissen! Von Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes (der sogenannte Alterszucker) hatte ich natürlich schon vor LCHF gehört, aber damit beschäftigt habe ich mich erst, seit ich viele Betroffene kennengelernt habe. Irgendwann habe ich mich dann sogar hingesetzt und für die Webseite einen grundlegenden Text über Diabetes geschrieben! In dem Zusammenhang stieß ich zum ersten Mal auf den Begriff Typ-3-Diabetes.

Exkurs:

Es kristallisiert sich für mich immer mehr heraus, dass LCHF für Diabetiker quasi eine Art Sechser im Lotto sein kann. Was Betroffene brauchen, um den Schritt zu LCHF zu wagen, ist sicherlich eine gute Portion Mut, denn die Empfehlungen gehen leider noch in eine andere Richtung.

Glücklicherweise können wir im LCHF-Forum mit starken Persönlichkeiten in Bezug auf Diabetes aufwarten, die unsere diabetischen Neulinge mit großem Engagement bei ihren ersten Schritten mit Low Carb High Fat unterstützen. Darunter ganz vorne mit dabei Silly Lilly und Rainer.

Eine dieser Neulinge ist Cassiopeia, die im Forum von ihrem Typ 3 c berichtete. Ihren Bericht über ihre ersten gesundheitlichen Verbesserungen durch den Wechsel auf LCHF fand ich so imposant, dass ich sie bat, einen Artikel für uns darüber zu schreiben.

Cassiopeia: LCHF bei Typ-3c-Diabetes

In Folge einer Operation an der Bauchspeicheldrüse habe ich seit 2010 einen sogenannten Typ-3c-Diabetes, der zu der Gruppe Pankreopriver Diabetes gehört.

Vom Wesen her ist Typ-3c-Diabetes genauso wie ein Typ-1-Diabetes, d.h. mein Körper produziert aufgrund der fehlenden Betazellen kein Insulin mehr. Ich bin also von einem Tag auf den anderen Diabetikerin geworden. In diesen sechs Jahren habe ich ca. 25 kg zugenommen.

Entsprechend dieser Gewichtszunahme nahm auch die Menge der Insulineinheiten zu: Zuletzt habe ich vor LCHF täglich 50 IE (Anmerkung: IE steht für Insulineinheiten) Basalinsulin bzw. Verzögerungsinsulin benötigt, um den Grundbedarf meines Körpers abzudecken, hinzu kamen zwischen 50-60 IE schnellwirkendes Insulin für die Kompensierung der Mahlzeiten.

Mein Typ-3c-Diabetes vor LCHF

Ständig habe ich mit Unterzuckerungen zu kämpfen gehabt und das hauptsächlich nachts. Ich habe versucht abzunehmen, bin aber bei jedem Versuch gescheitert. Habe ich zu wenig gegessen habe, bin ich sofort in die Hypo (Anmerkung: Hypoglykämie bzw. Unterzuckerung) gerutscht. Um dem möglichst schnell entgegen zu wirken, habe ich wieder Kohlenhydrate gegeessen und bin dadurch leider von den Fressattacken, die einen Unterzuckerung sehr häufig hervorruft, auch nicht verschont geblieben.

Irgendwann kam ich an den Punkt, an dem ich täglich drei Hypos hatte und es mir elendig schlecht ging. Ich war mit dem berühmten Latein zu Ende und hatte keine Ahnung, wie ich meine unglaublich schlechte körperliche Verfassung wieder in den Griff bekommen sollte. Auf Empfehlung meines Arztes habe ich eine Reha beantragt, die jedoch von der Rentenversicherung abgelehnt wurde, mit der Begründung, ich hätte zu wenige Kranktage gehabt bzw. hätte mich zu selten offiziell krankschreiben lassen. Unglaublich! Das hatte ich also davon, dass ich mich immer wieder mit allerletzter Kraft zur Arbeit geschleppt hatte - rein deshalb, weil ich furchtbar verantwortungsvoll bin.

Also, was tun?

Nachdem mir die Hilfe von außen verwehrt worden war, wurde mir klar, dass ich allein etwas ändern und es aus eigener Kraft schaffen musste. Im ersten Schritt habe ich alle mir zur Verfügung stehenden Bücher zum Thema Diabetes gründlich gewälzt. Würde es mir möglich sein, mit den Bolusgaben zu jonglieren? Wie kann ich meine Basalmenge herunterschrauben?

Ich habe viele gute Bücher, mit wertvollen Informationen. Außerdem bin ich Mitglied in einem Typ 1-Diabetes-Forum, da gibt es einen regen und wertvollen Erfahrungsaustausch. Auch im LCHF-Forum habe ich später kompetente Hilfe erhalten und möchte Silly Lilly und Rainer ein großes Dankeschön dafür aussprechen. Aber damals habe ich dieses Forum noch nicht gekannt.

Low Carb war mir nicht unbekannt, zumal ich mich bereits vor meiner Erkrankung entsprechend der Low-Carb-Version LOGI ernährt hatte. Von daher war die grundlegende Ausrichtung meiner Ernährung schon einmal klar und ich begann, das Internet zu durchstöbern.

Über einige Ecken und Umwege bin ich auf Annikas Blog gestoßen und habe mir am selben Tag ihr Buch bestellt, welches ich in kürzester Zeit verschlungen habe. Ihre Worte haben mich nicht einfach nur vom Verständnis her erreicht, nein, sie haben meine Seele berührt. Danach wusste ich, dass ich diesen Weg gehen will. Das tue ich auch nun seit Anfang April 2016 und es geht mir blendend!

Meine ersten Erfolge mit LCHF

  • Ich trage statt Kleidergröße 48 nun Gr. 46
  • Gewicht verliere ich zwar langsamer als Menschen, die kein Insulin spritzen, aber mir ist es dennoch gelungen, bisher 7,8 kg abzunehmen.
  • Der Mittelwert meines gemessenen Blutzuckers liegt bei 100.
  • Mein HbA1c ist von 7,7 (Stand Februar 2016) auf 6,5 gesunken
  • Ich habe weder Hypos, noch Hypers (Anmerkung: Hyperglykämie bzw. zu hohe Blutzuckerwerte).
  • Meine Menge an Basalinsulin konnte ich von 50 IE/Tag auf 22 IE/Tag reduzieren. Daran möchte ich noch ein bisschen arbeiten.
  • Die Bolusmenge ist von 50-60 IE/Tag auf 2-4/Tag geschrumpft
  • Der Blutdruck liegt bei 130/85, vorher hatte ich 160/100 und höher, und das trotz der Einnahme von 5 verschiedenen Medikmenten für die Regulierung meines Blutdrucks.
  • Ich muss keinen Cholesterinsenker mehr nehmen.
  • Trotz fehlender Gallenblase habe ich keine Probleme mit der Fettmenge
  • Meine furchtbar trockene Haut, mit der Diabetiker häufig zu kämpfen haben, juckt dank Kokosöl, dass ich sowohl innerlich als auch äußerlich anwende, NICHT mehr.

Insgesamt kann ich sagen, dass mein Wohlbefinden sich gigantisch gebessert hat.

Ich müsste noch mehr Sport machen, da hab ich mich noch nicht so richtig ran getraut, zum Teil wegen meiner Angst vor einer Hypo unter körperlicher Belastung, zum Teil wegen Knieschmerzen. Aber ich laufe einmal die Woche 5 km und habe schon zwei Wanderungen (je 25-26 km) mitgemacht. Ohne Probleme!

Diese Ernährungsform hat mich so sehr überzeugt, dass ich der Meinung bin, MEINEN Weg gefunden zu haben.

LCHF bei Typ-3c-Diabetes - Cassiopeia
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