Lars-Erik Litsfeldt über Diabetes Typ 2 und LCHF

Diabetes - Lars-Erik Litsfeldt LCHFLars-Erik Litsfeldt ist einer der schwedischen Pioniere, die LCHF von Anfang an geprägt haben.

Durch LCHF hat er seinen Diabetes Typ 2 gut im Griff und in Schweden mittlerweile mehrere Bücher zum Thema veröffentlicht. Dadurch konnte er dort bereits sehr vielen Menschen unterstützen und ihnen den Mut geben, LCHF eine Chance zu geben.

Für unsere Webseite hat er seine ganz persönliche Geschichte notiert - von der Entdeckung seiner Diabetes-Erkrankung über seinen Weg mit LCHF, bis hin zu einigen Informationen, was sich in Bezug auf Low Carb High Fat in Schweden tut.

Darüber freuen wir uns sehr und fühlen uns sogar ein wenig geehrt.

Danke, Lars-Erik!

Lars-Erik Litsfeldt über Diabetes Typ 2 und LCHF

Typ-2-Diabetes ist eine Krankheit, an der leider immer mehr Menschen erkranken. Allein in Deutschland rechnet man damit, dass es etwa 5 Millionen Diabetiker gibt. Weshalb ein Mensch Typ-2-Diabetes entwickelt, ist nicht ganz geklärt, aber die meisten scheinen sich einig zu sein, dass dazu eine genetische Veranlagung kombiniert mit einer stark zucker- oder stärkehaltigen Ernährung erforderlich ist, um die Krankheit ausbrechen zu lassen.

Ich hatte einen Großvater, der an Diabetes erkrankte. Solange man jung ist und auch bis ins Erwachsenenalter hinein, hält man sich selbst im Prinzip für immun gegen Krankheiten. Ich war sicherlich dick, aber damit konnte ich leben. Schlussendlich kam der Tag, an dem ich in meinen fortgeschrittenen 40ern erleben musste, wie der Durst nach Wasser sich von einem Gefühl, was ich für normal hielt, zu einer Plage wandelte.

Wir haben ja gelernt, dass es gut ist, viel Wasser zu trinken, es soll offenbar den Körper auf irgendeine Weise reinigen. Letztlich steigert sich bei Diabetikern (Typ 2) dieser Durst so sehr, dass es wie eine Droge wird. Man trägt die Wasserflasche ständig bei sich und möchte nicht zu weit von einer Toilette entfernt sein, da der „Wasserumsatz“ sehr hoch ist.

Bis Diabetes diagnostiziert wurde, ging einige Zeit ins Land

Da ich nicht besonders viel über Diabetes wusste, dauerte es lange, bevor ich ärztlichen Rat einholte. Aber das tat ich nicht wegen des übermächtigen Durstgefühls, sondern weil ich kein Gefühl mehr in einer Ferse hatte. Dabei fand ich heraus, was mit mir nicht in Ordnung war.

Man verschrieb mir Metformin und Sulfonylharnstoff-Tabletten (SH-Tabletten). Metformin ist ein gutes Medikament, das die Leber daran hindert, unnötig viel Zucker ins Blut abzugeben. Das Problem eines Diabetikers ist ja, dass der Blutzucker leicht zu hoch wird, so hoch, dass der Körper daran Schaden nehmen kann. Das andere Medikament (mit Sulfonylharnstoff) "wringt" das Insulin aus der Bauchspeicheldrüse, was wiederum den Blutzucker senkt.

Man kann sich sicherlich vorstellen, dass es nicht gerade förderlich für eine ermattete Bauchspeicheldrüse sein kann, dazu getrieben zu werden, noch mehr Insulin abzugeben - und der Gedanke ist völlig richtig. Insulin hindert den Körper daran, Körperfett zu verbrennen und sorgt außerdem dafür, dass Fett noch leichter am Körper eingelagert wird.

Es wird gesagt, dass ein Diabetiker einen niedrigeren und gesünderen Blutzuckerspiegel erreicht, wenn das Körperfett bzw. bestehendes Übergewicht reduziert wird. Nimmt man nun ein Medikament, welches die Insulinausschüttung erhöht, führt es jedoch dazu, dass man eher dicker wird. Der Blutzuckerspiegel erhöht sich auf Dauer, zum Schluss muss man Insulin spritzen und wird dadurch – wenn überhaupt noch möglich – noch dicker.

Ein perfektes Beispiel für einen Teufelskreis

Meine Ärztin meinte nach etwas mehr als einem Jahr, dass ich während der Mittagszeit einen zu hohen Blutzucker hätte. Es war mir geglückt eine Weile ohne SH-Tabletten leben zu können, jetzt war ich wieder gezwungen sie einzunehmen. Ich wusste, dass der nächste Schritt die Insulinspritzen sein würden und das wollte ich vermeiden.

Ich hielt mich an der Tatsache fest, dass eine Gewichtsreduktion den Blutzuckerspiegel senken könnte. Also war es nun erst recht wichtig, abzunehmen. Ich hatte jedoch ein großes Problem. Ich aß, wie man es mir riet, aber eine erwähnenswerte Abnahme hatte ich dennoch nicht zu verzeichnen.

Dem Irrsinn aus dem Weg gehen

Eine gute Definition von Irrsinn ist:

„Man wiederholt immer wieder das gleiche Verhalten, erwartet aber jedes Mal ein anderes Ergebnis.“

(Anm.:„Insanity is defined as repeating the same behavior and expecting a different result“ – Man vermutet, dass der Urheber dieser Aussage Albert Einstein war, es besteht aber eine große Uneinigkeit diesbezüglich)

Ich wäre demnach verrückt gewesen, wenn ich weiterhin fettarm und ballaststoffreich gegessen hätte. Also begann ich genau das Gegenteil zu tun. Ich begann fettreich zu essen. Dadurch reduzierte sich automatisch die Kohlenhydratmenge. Kohlenhydrate machen Diabetiker krank.

Auf diese Weise normalisierte ich meinen Blutzucker innerhalb weniger Tage und ich war „gezwungen“, die SH-Tabletten abzusetzen. Sonst wäre mein Blutzuckerspiegel zu niedrig gewesen.

Eine erstaunte Ärztin

Meine Ärztin kratzte sich am Kopf als ich ihr berichtete, was ich getan hatte. Sie fragte: „Sag das noch einmal. Was hast du gefrühstückt?" Ich erzählte von meinen Eiern und meinem Bacon und sie schüttelte den Kopf, während sie sich meine Blutergebnisse ansah, die sich alle verbessert hatten.

Seitdem haben viele Diabetiker in Schweden begonnen, sich genau entgegen den Ernährungsempfehlungen zu ernähren. Und mittlerweile hat Socialstyrelsen (Anm.: das höchste schwedische Amt bzgl. Gesundheitsfragen) sogar eine moderate LCHF-Ernährung für Diabetiker anerkannt. Die strengere Variante, die wirklich einen Unterschied ausmachen würde, wagt man sich aber noch nicht vollends zu unterstützen. Und das obwohl die traditionellen Ernährungsempfehlungen für Diabetiker auf sehr brüchiger Grundlage stehen, wenn das überhaupt als eine Grundlage bezeichnet werden kann. Die Ernährungsempfehlungen für Diabetiker entwickeln sich in Schweden also in die richtige Richtung.

Hoffentlich kommt diese Einsicht auch bald in Deutschland an!

Lars-Erik Litsfeldt

PS. Ich vergaß ja die Abnahme. Ich nahm in zwei Monaten 10 Kilo ab, ohne auch nur eine Minute hungrig zu sein. Der Blutzuckerspiegel war dennoch das Wichtigste.

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