LCHF pur: Ein Buch entsteht – auf Umwegen…

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„Wenn einer eine Reise tut, so kann er was verzählen“ (Matthias Claudius)

Wie einst Matthias Claudius in seinem Buch „Urians Reise um die Welt“ schon feststellte, haben auch Annika und ich was zu verzählen. Obwohl wir brav zu Hause geblieben sind, waren die letzten Wochen schon irgendwie eine Reise. Und manches Mal erschien noch eine Kurve vor dem vermeintlichen Ziel. Doch der Reihe nach.

Um welche Art von Reise geht es überhaupt?

Es geht um die Reise, dessen anfangs noch etwas unklares Ziel lautete: „Lass uns ein Ebook für Anfänger herausgeben“, und die dann bei dem ersten Buch unserer Reihe „LCHF pur: Saisonal. Lecker. Gesund“ endete: *klick* (Link führt zu Amazon).

Mit dem nun folgenden Artikel wollen wir Sie gern mitnehmen auf die Reise, wie ein Buch entsteht.

Den Anfang markiert ein Telefonat im Oktober 2016. Annika erzählte mir, sie wolle den Info-Flyer mit den Grundzügen von LCHF neu gestalten. Wir philosophierten über Inhalt und Größe, über das wie und wann. Gleichzeitig debattierten wir darüber, wie es uns gelingen könnte, die nicht unerheblichen Kosten für das Betreiben von Website und Forum irgendwie zu decken. So wurde die Idee geboren, statt eines neuen Flyers lieber ein eBook als Leitfaden für Anfänger herauszubringen und den Erlös aus dem Verkauf LCHF.de zukommen zu lassen.

Fröhlich machten wir uns ans Werk, tauschten uns munter aus und schrieben und schrieben. Bis wir irgendwann merkten, dass wir im Begriff waren, statt eines einfachen, schlichten Leitfadens gleich ein 300-seitiges Handbuch inkl. Rezepten zu erstellen… Das war nicht das, was wir uns vorgestellt hatten, aber wo sollten wir ansetzen, um das Buch angemessen zu reduzieren?

Buch - Foto Hackbraten mit Porree im Herzen

© Anne Paschmann – Foto „Hackbraten mit Porree im Herzen“

Man reiche uns den Rotstift…

Es gab keinen Rotstift, dafür einen Kurswechsel. Statt Leitfaden einigten wir uns auf ein Kochbuch für Anfänger im eBook-Format.

Unbeirrt machten wir weiter und schon bald nahm das eBook Formen an. Zwischenzeitlich verlagerte sich der Schwerpunkt, es ging nicht mehr nur um Anfänger, sondern um alle LCHFler. Vorläufiger Arbeitstitel: „Rezepte für Suppen und Eintöpfe“.

Es gab nur ein Problem mit diesen Suppen und Eintöpfen: Uns schwante, dass wir damit eventuell einen Tacken zu spät kommen könnten, da doch wohl die meisten mit „Suppen und Eintöpfen“ eher Winter assoziieren. Obwohl wir Vollgas gaben, lagen wir zeitlich schon länger nicht mehr im gesetzten Rahmen und steuerten bereits auf den Frühling zu.

Ob wir uns daher nicht lieber auf den Frühling konzentrieren und an einem Rezeptbuch bzw. einer ganzen Reihe arbeiten sollten, die den saisonalen Aspekt in den Fokus setzt? Gute Idee!

Anmerkung Annika: Diese Kurswechsel klingen beim Lesen vielleicht locker fluffig und tatsächlich haben wir jede einzelne Entscheidung mit Bedacht und voller Überzeugung getroffen, aber im Falle von „Suppen und Eintöpfe“ hatten wir sowohl Fotos als auch Rezepte so gut wie vollständig zusammen. Der Kurswechsel bedeutete, dass wir uns erneut an Tastatur, Herd und Kamera begeben mussten – von diesen ursprünglichen Rezepten konnte nur eine Handvoll übernommen werden. 

Dann passierte mir beim Testkochen eines Rezepts ein Fehler. Ich rief es am Laptop auf, nur leider scrollte ich bei der Zubereitung nicht bis ganz nach unten. So verpasste ich einen wesentlichen Arbeitsschritt, der das Gericht zumindest optisch ungenießbar machte (dem Geschmack hat es zum Glück nicht geschadet, und das Foto war dann letztlich auch noch ganz ok). Ärgerlich, denn ich hatte es eigentlich anders fotografieren wollen.

Buch - verunglückter Gugelhupf

© Anne Paschmann – Der Gugelhupf des Anstoßes!

In mir entstand die Frage, ob ein Kochbuch überhaupt als eBook für alle praktikabel ist. Würde es nicht vielen so gehen, dass das nötige Scrollen und Blättern beim Kochen zum Verhängnis werden könnte?

Irgendwie war es, als würde das Navi gerade melden: „Sie befinden sich in einer Sackgasse. Wenn möglich, bitte wenden!“. Diese Ansage wurde immer lauter, und so definierten wir das Ziel unserer Reise ein letztes Mal neu….

Kurs auf die Printausgabe „LCHFpur: Saison. Lecker. Gesund – über 70 Rezepte für März & April“

Annika bekam eine Whatsapp von mir, mit der zögerlichen Frage nach einer Printausgabe. Ich war mir nicht wirklich sicher, wie sie meinen Vorschlag auffassen würde. Die Antwort kam aber prompt: „Hab ich auch schon drüber nachgedacht“! Kurz diskutiert und zügig stand fest: Es wird doch von Anfang an ein gedrucktes Buch. So einfach werden zwischen uns Entscheidungen getroffen 😉

Anmerkung Annika: Ja, im Herzen wollte ich eine Printausgabe, hatte mich jedoch nicht getraut, Anne diese „fixe Idee“ zu unterbreiten. Ich liebe es, Papier in der Hand zu halten und zu blättern! Der Unterschied zwischen einem gedruckten Buch und einem eBook ist gewaltig – auf einmal mussten wir uns Gedanken um Aufbau, Format, Optik, Schriftarten etc. machen. Für ein eBook wäre das nicht nötig gewesen. Und ja, das ist alles „hausgemacht“ – mit Ausnahme der Symbole an den Rezepten, an denen sich erkennen lässt, ob ein Rezept z.B. vegetarisch, schnell zu kochen, ohne Milchprodukte oder zum Mitnehmen geeignet ist. Die hat Janina, eine junge Graphikstudentin, für uns gemacht. <3

Teamarbeit und so

Wo wir schon einmal dabei sind – Teamarbeit und so. Wie ist das eigentlich, wenn zwei „Macher“ aufeinander treffen und ein Buch gemeinsam schreiben wollen? Ziemlich easy, wenn die Aufgabenbereiche klar getrennt sind! Wir haben es z.B. geteilt in die Bereiche Rezepte und Theorie. Auch wenn jeder Seins bearbeitet, ergänzen wir uns prima und motivieren uns gegenseitig zu Bestleistungen.

Ein Hoch übrigens auf das Internet und seine diversen Kommunikationsdienste! Es wurden unzählige Fotos, Dateien und Nachrichten hin und hergeschickt – was wären wir nur ohne WhatsApp!

Von Männern, die darben, und Männern, die sich laben…

Eine meiner Aufgaben besteht unter anderem darin, Annikas tolle Rezepte nachzukochen und zu fotografieren.

Vorteil: ich brauchte die letzten Wochen nicht einen einzigen Tag überlegen, was ich kochen soll.

Nachteil: weil ich meist mehr als 1 Gericht am Tag kochte, war ständig reichlich fertig Gekochtes im Kühlschrank…

Während Annika die Rezepte schrieb, musste sich ihr Mann das ein und andere Mal mit schneller Küche begnügen.

Anmerkung Annika: Natürlich las ich dem Mann von meinem Stammplatz vor dem Laptop das ein oder andere Rezept vor, das mir besonders gelungen erschien. Mit leuchtenden Augen fragte er dann üblicherweise, ob ich das denn zu kochen gedenke? „Ah, neeee.. Ich habe keine Zeit, ich muss weitermachen. Mach dir schnell was warm.“ Er hat wirklich gelitten, der Gute – aber ich habe gelobt, das gesamte Buch für ihn durchzukochen, sobald es fertig ist. 

Während ich für die Fotos kochte, musste (wobei „müssen“ in dem Fall ein dehnbarer Begriff ist…) mein Mann viel essen, denn nicht selten sollte mehr als ein oder zwei Fotos am Tag entstehen! Resultat: ein deutliches Plus auf der Waage! Zuviel ist nun mal einfach zu viel, auch bei LCHF. (So kam dann auch der Satz in unserem „Danke“ zustande, dass unsere Testesser die ein oder anderen Extra-Kalorien in Kauf nahmen).

Echte Herausforderungen

Eine davon war für uns zwei die Devise, unseren Mund zu halten bis zur Veröffentlichung. DAS war wirklich anstrengend! Zu gern hätten wir den Prozess mit den lieben Forianern geteilt. Schließlich würde es dieses Buch ohne das Forum nicht geben.

Herausfordernd gestaltete sich auch die Korrektur des Werkes. Über Stunden lasen wir die Texte und Rezepte wieder und wieder. Wir baten andere um Korrektur, korrigierten und überarbeiteten, produzierten dabei neue Fehler – a neverending story.

Anmerkung Annika: Hier habe ich noch ein Foto von einem besonders interessanten Zwischenfall… 

Und dann kam DER Moment für das Buch

Irgendwann aber war „es“ reif! Der Moment kam, an dem wir auf den Absende-Button drücken wollten.

Der erste Hochladeversuch scheiterte an meinem Internet. Der zweite wurde von BoD abgehlehnt, weil eine Bilddatei nicht das richtige Format hatte…

Der Puls raste, mir war leicht schwindelig und von Annika kam nur via Handy ein „Atme!“

Der dritte Versuch war dann unser, und seither ist die Vorfreude auf das erste eigene, gemeinsame Kochbuch groß!

Vermutlich ist das Kochbuch ab morgen verfügbar und wir sind so gespannt, wie ihr es findet. Gebt uns gerne Feedback, wir freuen uns drauf!

Anne is(s)t seit Mai 2015 LCHF - jedenfalls ist sie seitdem unter dem Namen "Kap" im LCHF-Forum angemeldet und eins unserer wertvollen Forenmitglieder, die sich tagtäglich gegenseitig liebevoll unterstützen und das Forum gemeinsam zu einem Ort machen, an dem man sich gerne aufhält. Seit November 2016 ist sie sogar als Moderatorin im Forum an unserer Seite.

Anne kann darüber hinaus wundervoll schreiben, ihre Gedanken auffällig klar und mit Herz auf Papier bzw. die Webseite bringen und unterstützt LCHF.de mit ihren interessanten Texten.

Sie möchten persönlich etwas loswerden oder haben eine Frage? Schreiben Sie einfach eine Mail an Anne