Frau Yubabas LCHF-Tellerspione KW 46 – 2017

Die LCHFTellerspione KW 46 – 2017 sind mal wieder Paleo!

Vielleicht haben es einige von euch schon mitbekommen, aber ich stecke aktuell mitten in einem sogenannten Whole 30.
Was das genau ist, habe ich hier schon einmal beschrieben.
Kurz erklärt:
für 30 Tage verzichtet man, wie bei LCHF auch, auf Getreide, Zucker, hochverarbeitete Lebensmittel, „miese“ Öle und Süßstoffe, aber zudem werden auch noch alle Milchprodukte weggelassen.


An dieser Stelle höre ich euch raunen „Waaaaaaaaaas? Keinen Käse?! Keine Sahne im Kaffee?! Das könnte ich nicht!“
Doch. Könntet ihr. Ihr habt auch gedacht, ihr könntet nie mehr ohne Brot und Nudeln, oder? ;
)

Und hey, dafür sind (Süß-)Kartoffeln und Obst mit im „Plan“. 🙂

Und mit dem Zucker wird übrigens noch rigoroser umgegangen, als bei LCHF.
Die meisten LCHFler
(ich auch) nehmen die Zutaten „Zucker“, „Dextrose“ oder „Glukosesirup“ auf den Zutatenlisten von beispielsweise Wurst ziemlich gelassen zur Kenntnis, weil sich die Mengen in minimalen Bereichen bewegen.
Keiner isst Salami für den Zuckerflash, da sind wir uns wohl einig.
Beim Whole 30 ist jedoch jedes Fitzelchen Zucker, jedes bisschen Sulfit, jede ominöse E-Nummer direkt Ausschlusskriterium für ein Lebensmittel.
Daher auch das Motto „Eat real food!“.

Diese Stringenz ist notwendig, um das „System Körper“ komplett zu resetten, alles was potenziell schädlich ist, von ihm fernzuhalten und zu schauen, wie es einem dabei geht.

Nach den 30 Tagen folgt eine Wiedereinführungsphase, in der man testet, wie man auf verschiedene Lebensmittel, z. B. Käse oder (wenn man normalerweise nicht LCHF isst) Weizen oder Hülsenfrüchte, reagiert.

Mahlzeitengestaltung aus dem Handgelenk

Während des Whole 30 gestalten sich meine Mahlzeiten also so: einen Berg Gemüse, eine handtellergroße Portion Eiweiß, gutes Fett und evtl. ein wenig Obst. Dies drei mal am Tag.
Und ich kann euch sagen, ich koche meistens gar nichts Aufwendiges, sondern haue ein schönes Stück Fleisch
oder ein paar Eier in die Pfanne, schnipple Salat dazu und geben einen ordentlich Klecks selbstgemachte Mayo drauf. Fertig!
Allerdings wären das ziemlich eintönige Tellerspione, deswegen habe ich mal einen Plan für euch entworfen, der beides unter einen Hut bringt: LCHF und Paleo.

Diese beiden Ernährungsformen haben nämlich sehr viel mehr gemeinsam, als immer angenommen wird. 🙂

Samstag: „Schnitzelbällchen“ mit Salat
Sonntag: Schweinefilet rückwärts mit roter Bete aus dem Ofen und Salat
Montag: Kürbissuppe mit Garnelen
Dienstag: Zucchininudeln mit cremigem Avocadopesto
Mittwoch: Frittata
Donnerstag: Gulasch mit Blumenkohlreis
Freitag: Lachs-Curry

Don‘t call it Schnitzel

Wie oben beschrieben, sind die meisten Whole 30 Gerichte bei mir recht simpel gestaltet, doch damit einem nicht nach 3 Tagen Steak und Gemüse aus den Ohren rauskommen, schaue ich mich doch immer wieder in der bunten Welt des Internets nach Inspirationen um.
Es gibt Paleo-Food-Blogs, die so tolle Rezepte veröffentlichen, dass ich mit tropfendem Mund vorm Bildschirm sitze und denke: Und wer kocht mir das jetzt?

Und so stolperte ich irgendwann über Schnitzelbällchen und irgendwie war ich schon beim Wort Schnitzel Feuer und Flamme.

 

Ihr nehmt hierfür:

– 500 g Schweinegehacktes

– frische Petersilie (ca. 3 EL, gehackt)

– Pfeffer

– Salz

– 1 EL Zitronensaft

– ca. 50 g Schweinekrusten (diese knusprigen Schwarten)

– 1 Ei

 

Zubereitung:

Die Schweinekrusten als erstes zu Bröseln verarbeiten.
Ich habe das in meiner Küchenmaschine gemacht, wenn ihr aber Aggressionen abbauen wollt, könnt ihr die Schwarten auch in einen Gefrierbeutel geben und ordentlich mit einer Pfanne, einem Schnitzelklopfer oder anderen, handlichen aber schweren Gegenständen darauf rumhämmern, bis eine Art „Mehl“ entsteht.

Gebt das entstandene „Paniermehl“ in einen tiefen Teller.
In einen zweiten Teller quirlt ihr das Ei.

Aus den anderen Zutaten entsteht die Fleischbällchenmasse.
Formt daraus Kugeln (bei mir ergab die Menge 12 Bällchen), zieht sie durch das Ei und wälzt sie dann in der bröseligen Speckkrusten.

Setzt die Kugeln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und gart sie für ca. 25 Minuten bei 180° Umluft im Backofen.

Fertig!

Als Beilage gab es bei uns dazu Eisbergsalat und für Herrn Yu noch Salzkartoffeln.

 

Salto rückwärts

Schweinefilet ist ein edles Stück Fleisch und doch ist es mir oft zu trocken.
Mea culpa!
Allerdings habe ich die Technik des „Rückwärtsgarens“ für mich entdeckt.
Das bedeutet, dass man das Fleisch erst für einige Zeit im Ofen garen lässt und erst anschließend scharf anbrät.
Was auch immer das für eine schwarze Magie ist, die da ihr Unwesen treibt, sie sorgt dafür, dass das Fleisch zart und saftig bleibt!

Dazu gibt es rote Bete aus dem Ofen – was für mich eine der köstlichsten Speisen auf der Welt ist.
Und nein, ich übertreibe nicht.
Gut, man sollte rote Bete grundsätzlich mögen. 😀

Eine zweite Beilage ist hier Feldsalat, der mit einer leicht säuerlichen Vinaigrette angemacht wird.
Dazu noch etwas selbstgemachte Mayo und fertig ist ein echter Schmaus.
Wem die rote Bete zu viele Kohlenhydrate hat (ca. 8,4 g auf 100 g), der kann sie durch beispielsweise Kohlrabi oder Sellerie ersetzen und trotzdem ein wunderbares Mahl genießen.

Du bist mein Suppenheld

Meine Liebe zu heißen, dampfenden Suppen ist bekannt.
Schön ist, dass diese so einfach paleo-isiert werden können.
Denn Butter und Sahne müssen gar nicht unbedingt in die Suppe, das Gemüse sorgt schon ganz allein für die nötige Cremigkeit!

Wer jedoch etwas mehr Wums hinter der Suppe haben möchte und einen leicht exotischen Touch nicht scheut, der kann auch prima Kokosmilch verwenden!
Gerade bei Kürbis ergänzt sich das ganz hervorragend.

Als proteinreiche Einlage dienen hier Garnelen, aber auch Rindfleischstreifen, Hähnchenbrust, kleine Hackbällchen oder auch gekochte Eier sind eine schmackhafte Ergänzung.
Klar ist auch hier, wer die KH im Kürbis meiden will, kann Blumenkohl, Zucchini oder eine Mischung verschiedener, kohlenhydratarmer Gemüsesorten verwenden.

Pipapesto

Zucchininudeln stehen hier mit schöner Regelmäßigkeit auf dem Tisch und immer suche ich nach schönen, kreativen Abwechslungen für die Soße.

Da stolperte ich über eine Art blitzschnelles Pesto aus Avocado!
Ja, sacre bleu, wieso bin ich da noch nicht eher drauf gekommen?
Ihr nehmt eine mittelgroße Avocado, kratzt das komplette Fruchtfleisch heraus und gebt es in ein hohes Gefäß.
Hackt etwas Basilikum und gebt es zu der Avocado.
Eine Knoblauchzehe schälen und ebenfalls in euren Becher.
Würzt mit etwas Salz und Pfeffer und gebt einen kleinen Schuss Olivenöl hinzu.
Dann püriert ihr das Ganze.
Fertig!

Ne Sache von 5 Minuten und megalecker.

Die Zucchininudeln schwenkt ihr kurz in einer Pfanne mit Olivenöl – nicht zu lange und nicht zu heiß, sonst gibt das Zucchinimatsche und das macht alle traurig.

Vermengt die Zudeln mit dem Pesto und fertig!
Als Proteinlieferanten sind hier Eier eine Idee oder, wer nicht auf Milchprodukte verzichtet, kann natürlich einen netten Berg Parmesan darüber hobeln. 🙂

 

Reste gibts nicht

Und wenn doch, dann werden sie zu köstlichstem Essen verarbeitet!
(Neudeutsch heißt das Upcycling. 😀 Ich glaub, das trifft aber nur auf Gebrauchsgegenstände zu… egal – ihr wisst schon.)

Eine Frittata ist das perfekte Gericht, wenn:

a) der Kühlschrank mit Resten vergangener Mahlzeiten überquillt

b) es schnell gehen muss

c) a und b zusammen

Also ab an den Kühlschrank und mal in alle Behälter lünkern.
Gemüsereste? Super! Fleischstückchen? Perfekt! Noch mehr Gemüsereste? Immer her damit!

Mischt nur nicht zu wild. Ich glaube, Hackfleisch-Spinat-Lachs-Spargel-Bohnen-Käse-Grünkohl-Thunfisch-Leber-Pastinaken-Gurken-Frittata könnte etwas gewöhnungsbedürftig schmecken – oder es ist der Hit!
Wer weiß das schon, also Mutige vor!

Alles zusammen in die Pfanne, Eier drüber, stocken lassen, glücklich vor sich hin mampfen.

Klassisch geht auch

Auch wenn man Paleo isst, kann man an den alten Küchenklassikern, wie Rouladen, Braten oder eben Gulasch erfreuen.
Ich brate für mein Gulasch Fleisch und Zwiebeln immer scharf an, damit Röstaromen entstehen und gebe das Fleisch dann in den Slow Cooker.
Aber natürlich geht es auch ohne so in High Tech Gerät!
Wenn ich nur kleine Portionen Gulasch koche, lasse ich den Schongarer auch im Schrank.
Aber wenn man schon mal Gulasch kocht, warum nicht gleich für eine ganze Kompanie?
Einfach portionsweise einfrieren und an ganz blöden Tagen hat man ruckzuck ein perfektes Essen auf dem Tisch stehen!

Als Beilage ist hier Blumenkohlreis oder -püree super, aber auch Salat, Spitzkohl oder Brokkoli passen perfekt.

 

Keep Calm and Curry on

Ich weiß, das kommt echt oft vor, dass ich Curry empfehle, aber ich liebe sie nun mal.
Und sie sind idiotensicher zuzubereiten.

Bestes Beispiel:
Letzten Donnerstag war so ein „Tag der Termine“. Ihr wisst schon hin und her und da noch hin und dies noch erledigen.
Wie genial es da war, dass sich das Curry fast von selbst kochte.

Das war übrigens der „Ganz-Faule-Leute-Ansatz“.
Tiefkühlgemüse in einen riesigen Topf. Einfach den ganzen Kilobeutel.
Ein Liter (ja, tatsächlich) Kokosmilch drauf, Suppenwürze, viel Currypulver und Chili rein und erst mal das Gemüse darin köcheln lassen.
Währenddessen Lachs würfeln. Wenn das Gemüse weich genug ist: Herd abstellen, Lachswürfel in den Topf schmeißen, alles noch mal abschmecken.

Das wars! Und: wir haben zwei Tage davon gegessen. Das nenne ich effizientes Kochen! 😀

 

Ihr seht, Paleo und LCHF sind echt gut zu vereinbaren. 🙂

Haut rein!

Christina ist nicht nur im Forum als „Frau Yu“ bekannt, auch als Bloggerin hat sie viele begeisterte Leser, die sie auf ihrem Weg zum Zielgewicht begleiten und anfeuern. Seit Juni 2016 verstärkt sie uns auch als tatkräftige Moderatorin im LCHF-Forum.

Auf LCHF.de schreibt sie über dies und das, was sie bewegt – eine Frau mit Tiefgang!

Darüber hinaus ist sie federführend in unserer Serie „Frau Yubabas Teller-Spione“, eine Serie für alle, die bei LCHF ein wenig Inspiration für den eigenen Teller brauchen.

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