LCHF weihnachtlich: Die Beilage Rotkohl

Vorneweg möchte ich erwähnen, dass es sicherlich kohlenhydratärmere Beilagen gibt als Rotkohl. Andererseits ist bald Weihnachten und für mich gehört diese Beilage dann definitiv mit auf den Teller. Schließlich fallen andere Klassiker wie Knödel oder Spätzle schon weg.

Nicht zuletzt hat Kohl bei uns gerade Saison.

Die herkömmlichen Rezepte enthalten gerne zusätzlich Zucker oder vielleicht gründlich gezuckertes Apfelmus, was bei Low Carb High Fat ungünstig ist. Glücklicherweise können wir Rezepte prinzipiell modifizieren und dennoch den vollen Geschmack genießen. Wir nutzen an dieser Stelle intensive, glücklich machende Gewürze! Tatsächlich habe ich meinen Rotkohl schon vor LCHF auf diese Weise zubereitet - vielleicht will ich auch deshalb keinen anderen.

Wenn auf den Speck verzichtet wird, ist der Rotkohl für Vegetarier geeignet.

Achtung

Der süßliche Geschmack des Rotkohls könnte empfindliche Menschen, die abstinent leben möchten, triggern. Da hilft es leider häufig auch nichts, dass von dem Obstsaft in der Marinade gut 3/4 beim Kochen später nicht verwendet wird!

Die Entscheidung für oder wider ist eine persönliche. Sie kennen sich selbst am besten.

LCHF weihnachtet: Rotkohl

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LCHF weihnachtet: Rotkohl

Ich bereite meistens schon zu Beginn der Rotkohlsaison meine Dosis für das Winterhalbjahr zu und friere ihn portionsweise ein. Was ich habe, das habe ich eben. Wer weniger benötigt, möge die Rezeptmenge entsprechend anpassen.

Zutaten

  • ca. 2 kg Rotkohl
  • 500 ml Orangensaft
  • 500 ml naturtrüber Apfelsaft
  • 4 Esslöffel Rotwein- oder naturtrüber Apfelessig
  • 500 ml Wasser
  • 2 kleine Zimtstangen
  • 1 Prise Kardamom
  • 4 ganze, getrocknete Nelken
  • etwas geriebene Muskatnuss
  • 2 Lorbeerblätter
  • 200 g weißer Rückenspeck
  • 1 Esslöffel Butterschmalz
  • 2 mittelgroße Zwiebeln, fein gewürfelt
  • 1 Vanilleschote
  • optional: 1/2 Rippe BIO Kakaobutter
  • Salz
  • frisch gemahlener weißer Pfeffer

Zubereitung

  1. Den Rotkohl von den äußeren Blättern befreien und vierteln. Den Strunk schneide ich nicht heraus, da ich den Rotkohl daran zum Hobeln festhalte, aber natürlich landet der Strunk anschließend auf dem Kompost und nicht im Gericht. Nun den Kohl fein hobeln oder mit einem scharfen, entsprechend großem Messer in feine Streifen schneiden.
  2. Als nächstes den zerkleinerten Rotkohl in ein Sieb geben und kurz unter kaltem Wasser abbrausen. Eine Weile abtropfen lassen und anschließend in eine große Schüssel geben.
  3. Orangen- und Apfelsaft, Wasser, Essig sowie die Gewürze (mit Ausnahme der Zimtstangen und der Vanilleschote) zum zerkleinerten Rotkohl geben. Mit der Faust eine Weile durchkneten, denn dann zieht die Marinade aus den Gewürzen, dem Wasser und dem Saft besser in den Kohl ein.
  4. Die Zimtstangen können nun hinzugefügt werden. Das mache erst jetzt, weil die Zimtstangen beim Kneten zerbröstelt würden. Das macht es schwierig, sie nach dem Kochvorgang in Gänze zu entfernen.
  5. Die Schüssel abdecken und für mindestens 24 Stunden - noch besser 48 Stunden - kühl stellen. Das ist der Moment, in dem ich meinen großen Biofresh-Kühlschrank besonders liebe. Darin habe ich Platz satt!
  6. Den marinierten Kohl in einem Sieb abtropfen lassen. Die Flüssigkeit auffangen. Die Zimtstange, die Nelken und die Lorbeerblätter herausfischen, die brauchen wir noch.
  7. Einen wirklich großen Topf mit dickem Boden und Deckel aus den Tiefen der Schränke hervorzaubern. Das kann auch gerne ein Bräter sein. Den Rückenspeck in feinste Würfelchen schneiden und mit dem Butterschmalz im Topf auslassen.
  8. Nun die Zwiebelwürfelchen in dem ausgelassenem Fett glasig braten. Dann den abgetropften Kohl in den Topf geben, unterrühren und kurz erhitzen. Die Lorbeerblätter, die Zimtstangen und die Nelken hinzufügen.
  9. Jetzt das Ganze mit einem Viertel der Marinade ablöschen. Die Vanilleschote längs halbieren, das Mark mit einem Messer herauskratzen und zum Kohl geben. Wer möchte, kann auch den Backkakao hinzufügen.
  10. Deckel auflegen und bei geringer Hitze rund 1 Stunde köcheln lassen. Dabei regelmäßig umrühren - wäre sonst schade drum. Sollte der Kohl dann noch nicht dem persönlichen Weichheitsgrad entsprechen, einfach weiterköcheln. Bei akutem Flüssigkeitsmangel schluckweise der Marinade nachfüllen.
  11. Jetzt ist es Zeit die Lorbeerblätter, den Zimt und die Nelken herauszufischen. Abschließend mit Salz und frisch gemahlenem weißen Pfeffer abschmecken.

Innere Werte

Die inneren Werte lassen sich schwer berechnen. Wir marinieren den Kohl zwar in einem Liter Saft, aber wir nutzen davon nur ein Viertel. Wie viel bleibt hängen, wie viel eben nicht?

Ich sag es mal so... Es gibt diesen Spruch:

Die Menge macht das Gift


Und so halte ich es auch: Weihnachten ist Weihnachten. Ich genieße meine 2-3 Esslöffel Rotkohl absolut entspannt und mache mir keinerlei Gedanken über die Kohlenhydrate. Rotkohl ist zudem auch nur eine Beilage, das Weihnachtsgericht als solches besteht ja aus weiteren Komponentten, die deutlich weniger Kohlenhydrate haben.

Früher hätte mein persönliches Weihnachten eben auch Knödel oder Spätzle, ein süßes Dessert und zum Kaffee dann noch schokoladige Kleinigkeiten von der Etagere bedeutet. Was sind da 2-3 Esslöffel köstliches Rotkohl?

Nix. Genau!

In diesem Sinne wünsche ich einen entspannten Ausklang des 2. Advents.

 

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