LCHF – Theorie / Warum LCHF?

Kommen wir zu ein wenig LCHF - Theorie, denn die Erfahrung zeigt, dass es umso leichter fällt, LCHF erfolgreich in die Praxis umzusetzen, wenn man sich bereits zu Beginn mit den Hintergründen auseinander setzt. Es gibt so viel zu lesen und zu lernen!

Daher finden Sie im Menü an der rechten Seite diverse, gebündelte Informationen, die Sie in Bezug auf LCHF sensibilisieren sollen. Mit der Zeit werden die Information im Takt mit dieser Webseite weiter wachsen und falls Sie dazu etwas Sinnvolles beisteuern möchten, würden wir uns darüber freuen, wenn Sie uns über das Kontaktformular anschreiben.

Bevor Sie sich eingehend mit der LCHF-Theorie auseinandersetzen, macht es Sinn, einen Blick auf die derzeitige Situation zu werfen:

Status Quo - Da läuft etwas gewaltig aus dem Ruder!

Sieht man die Entwicklung des Übergewichts und "typischer Begleiterkrankungen" am Beispiel Deutschlands in den letzten Jahrzehnten als ein Indiz für ein allgemein ungesünderes Leben einmal isoliert an, so erkennt man anhand wirklich trauriger Zahlen sehr schnell, dass etwas gewaltig aus dem Ruder läuft und sich in eine höchst ungute Richtung entwickelt.

Fragen, die Sie sich stellen sollten:

Wie konnte die Entwicklung diesen Lauf nehmen, wenn die derzeit anerkannten, allgemeinen Ernährungsvorgaben, die uns u.a. von den meisten Ärzten, den Medien ständig eingetrichtert werden, richtig sind? Liegt es an uns? Sind wir ein Volk von faulen, verweichlichten und willensschwachen Menschen? Nie gab es so viele "gesunde" Lightprodukte in den Supermarktregalen, die Zeitungen laufen über mit guten Ratschlägen und Diäten, unsere Krankenkassen investieren enorme Summen in Ernährungs- und Gesundheitsprogramme, die ärztliche Versorgung ist flächendeckend - was läuft also falsch?

Übergewicht - Seuche der Neuzeit?

Der Anteil an übergewichtigen Menschen in Deutschland steigt rasant an. Im Jahr 2013 waren insgesamt 52 % der erwachsenen Bevölkerung (62 % der Männer und 43 % der Frauen) in Deutschland übergewichtig. Seit 1999 ist der Anteil Übergewichtiger weiter gestiegen (damals insgesamt 48 %, wovon 56 % Männer und 40 % Frauen). [Quelle: Veröffentlichung des Statistischen Bundesamts vom 05.11.2014]

Kleiner Einspruch von der Seite:

An dieser Stelle möchte ich auf jeden Fall dennoch als Gegenargument einwerfen, dass die Feststellung von Übergewicht zumeist auf Grundlage des BMIs (Body Mass Index) beruht. Der BMI stellt jedoch lediglich das Gewicht ins Verhältnis zur Körpergröße - eine höchst zweidimensionale Angelegenheit! Ein muskelbepackter Bodybuilder wird dadurch recht lässig zum Übergewichtigen, während ein relativ muskelbefreiter Bewegungsmuffel, der eine ordentliche "Wohlstandskugel" auf ansonsten dünnem Körperchen mit sich trägt (und somit relativ viel gefährliches viszerales Bauchfett) als normalgewichtig und somit gesünder als der vorgenannte Bodybuilder eingestuft wird. Finde den Fehler!

Richtiger wären aus meiner Sicht "dreidimensionale Ansätze", wie beispielsweise der ABSI (a body shape index), bei dem neben Gewicht und Größe u.a. auch der Bauchumfang eine wesentliche Rolle spielt.

Und doch... eigentlich braucht es keine großartigen Erhebungsergebnisse, es reicht, die Augen offen zu halten. Ich bin Jahrgang 1970. Wenn ich als Kind z.B. in das Freibad ging, gab es "den einen Dicken" (der aber auch übrigens andauernd auf dem Weg zum Kiosk war, um sich noch ein Eis zu kaufen), eher eine Rarität. Gehen Sie heute mal in ein Freibad, setzen Sie sich auf Ihre Decke und beobachten Sie die Menschen um sich herum. Und? Ja, genau! Mehr brauche ich wohl nicht dazu zu sagen.

Übergewicht wiederum ist in der Variante der stammbetonten Adipositas (zu viel Fett im Bauchbereich) meist die auslösende Ursache für das so genannte metabolische Syndrom. Darunter verstehen Experten eine Kombination unterschiedlicher gesundheitlicher Risikofaktoren. Die stammbetonte Adipositas führt häufig zu krankhaften Veränderungen im Fett- und Zuckerstoffwechsel. Eine zentrale Rolle spielt dabei ein körpereigenes Hormon: Insulin. Es kann im Gewebe nicht mehr richtig wirken, dadurch kann es zur sogenannten Insulinresistenz kommen. Andere Bezeichnungen dafür sind "Insulinresistenzsyndrom" oder "Wohlstandssyndrom".

Messbare Veränderungen bei einem metabolischen Syndrom sind erhöhte ungünstige Blutfette (im Besonderen die Triglycerid-Werte), ein vermindertes HDL-Cholesterin, erhöhte Werte des Nüchtern-Blutzuckers und erhöhte Blutdruckwerte. Jeder dieser Faktoren ist ein Risikofaktor für Veränderungen an den Blutgefäßen. Sie können im Laufe mehrerer Jahre zu einer "Arterienverkalkung" (Arteriosklerose) führen. Daraus resultierende Spätfolgen sind häufig Durchblutungsstörungen und bleibende Schäden an lebenswichtigen Organen wie Herz, Gehirn und Nieren.

In welchem Maße sich die einzelnen Risikofaktoren auf das Gesamtrisiko auswirken, ist bislang nicht restlos geklärt. Fest steht jedoch, dass das Risiko sowohl für Herz als auch für die Blutgefäße deutlich steigt, wenn die zuvor beschriebene, gesamte Konstellation eines metabolischen Syndroms vorliegt. Vor allem ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall können schwere Folgen haben, die Lebensqualität nachhaltig erheblich einschränken oder sogar nicht selten tödlich enden.

Deutschland - wie geht es dir?

Sehen wir uns – neben den bereits erwähnten Entwicklungszahlen des Übergewichts - beispielsweise die Entwicklung bzw. das Aufkommen von Diabetes und Bluthochdruck in Deutschland im Einzelnen näher an, ergibt sich ein erschreckendes Bild:

• Entwicklung Diabetes:

Vor rund 10 Jahren war in der Altersgruppe der 18- bis 79-jährigen bei insgesamt 3,3 Millionen Menschen jemals ein Diabetes festgestellt worden. Im Jahr 2013 waren es bereits 4,6 Millionen Menschen der gleichen Altersgruppe.

Falls ein Gedanke als "Hoffnungsschimmer" in Ihnen aufkeimt:

Ich habe vorsorglich die Gesamtbevölkerungszahlen beider Jahre verglichen: 2003 lebten 82,53 Mio. Menschen in Deutschland, 2013 waren es hingegen "nur" 80,77 Mio. - also sogar rund 2 Millionen Menschen weniger bei einer höheren Anzahl Diabetiker...

Leider ist es eine traurige Tatsache, dass ein Diabetes im Schnitt 5-10 Jahre unerkannt bleibt, da sich zunächst keine deutlichen Symptome abzeichnen. [Quelle dieser Kennzahlen: „Prävalenz und zeitliche Entwicklung des bekannten Diabetes mellitus – Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1)“ 2013]

• Aktuelles Aufkommen Bluthochdruck:

Bluthochdruck betrifft in Deutschland etwa 20 Mio. Erwachsene und ist damit ein weit verbreiteter Risikofaktor in der Bevölkerung. Jeder dritte Erwachsene in Deutschland lebt mit Bluthochdruck (30% der Frauen und 33% der Männer), wobei es bei jungen Erwachsenen (18 bis 29 Jahre) nur knapp 5% sind und bei 70- bis 79-Jährigen fast 75%. Bedauerlicherweise liegt die Dunkelziffer vermutlich auch hier deutlich höher, denn auch der Bluthochdruck zeigt häufig keine deutlichen Symptome. [Quelle der Kennzahlen: „Blutdruck in Deutschland 2008-2011 – Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1)“ 2013]

Summa summarum

Zusammengefasst ist Übergewicht in Kombination mit weiteren Erkrankungen bzw. gesundheitlichen Risiken eine Gefahr, schwerwiegend zu erkranken. Dabei möchte ich die bereits vorgenannten drohenden Erkrankungen wie Arteriosklerose, Bluthochdruck und Diabetes noch um Probleme mit der Wirbelsäule und weitere degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparats ergänzen. Wie viele Menschen kennen Sie in Ihrem Umfeld, die "Rücken" , "Bandscheibe" oder "Nacken" haben? Viel zu viele!

Zu den Gefahren für die körperliche Gesundheit gesellt sich eine Gefahr für die Psyche. Wer möchte schon dick sein? Dick zu sein entspricht nicht der aktuellen Gesellschaftsnorm. Mit Übergewicht sind diverse charakterliche Assoziationen verknüpft (z.B. „faul“ und „maßlos“), die häufig zu Unrecht allgemein auf Übergewichtige transportiert werden. Diese Vorurteile können u.a. zu Diskriminierung, sozialer Ausgrenzung, Mobbing und auch zu Schwierigkeiten im Arbeitsleben führen.

Mir sind zahlreiche Fälle bekannt, in denen sich Betroffene zurückziehen und in ihrer eigenen Welt einigeln, weil sie sich dem Gegenwind entweder nicht mehr stellen wollen oder können. Allein die Angst vor offener, verletzender Kritik und Versagen reicht in manchen Fällen bereits aus. Im weiteren Verlauf kann dies wiederum in diverse Essstörungen münden, aber das würde an dieser Stelle zu weit führen. Jedenfalls leiden nicht selten sowohl das Selbstbewusstsein als auch der Lebensmut enorm unter der Situation.

Fazit:

Es ist Zeit, etwas zu verändern, denn nur tote Fische schwimmen mit der Strömung

Und jetzt wünschen wir Ihnen einige Aha-Erlebnisse bei der Lektüre rund um die LCHF - Theorie.