Suddas Köttbullar mit Sahnesauce

Zufällig jemand anwesend, der noch nie Köttbullar mit Sahnesauce gegessen hat, zum Beispiel "klassisch" im IKEA Restaurant? Händchen mal ganz hoch strecken!

Gut, das sind ja nur wenige - hab ich mir schon gedacht. Diejenigen, die jetzt die Händchen oben haben, können zur weiteren Information auf diesen Link bei Wikipedia drücken, um sich ein schnelles Erstbild zu machen.

Kleiner Bildungsexkurs:

Auch wenn das Wort Köttbullar mit einem K geschrieben wird, wird es quasi so ähnlich wie "Schöttbüllar" ausgesprochen. Wobei das ü in dem Fall wie in "Müller" ausgesprochen wird, nicht wie in "Bügel" - also weniger betont bzw. kurz oder wie ich das nun nennen soll.

Gute Rezepte für die traditionellen schwedischen Fleischbällchen gibt es ganz sicher sehr viele, aber in den meisten Fällen sind sie nur bedingt bei LCHF tauglich. Meistens liegt das an enthaltenem Paniermehl, das nun einmal ganz und gar nicht bei Low Carb High Fat geeignet ist.

Glücklicherweise habe ich eine gute Nachricht: Paniermehl ist aus meiner Sicht so überflüssig wie Mücken an einem schwülen Sommerabend! Jedenfalls kommt es in meinem persönlichen LCHF-Rezept für Köttbullar nicht vor.

LCHF Rezept Köttbullar

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Suddas Köttbullar mit Sahnesauce

Das Gericht ist bei den Köttbullar an sich auf 4 Portionen für die Berechnung der "inneren Werte" ausgelegt (die Sauce hingegen auf 100 ml). Aber es macht Sinn, die doppelt und dreifache Menge zuzubereiten, da sich Köttbullar phantastisch gut portionsweise einfrieren lassen. Das ist eine praktische Mahlzeit bei LCHF, die mit zur Arbeit genommen werden kann oder auf die nächste Party oder für das Picknick auf Reisen. Köttbullar gehen immer.

Alle Zutaten, die mit "optional" gekennzeichnet sind, sind in der Berechnung der inneren Werte nicht enthalten! Das Butterschmalz zum Anbraten habe ich mit 2 EL bzw. 30 g veranschlagt.

Zutaten

Für die Köttbullar

  • 600 g gemischtes Hack aus Rind- und Schweinefleisch
  • 1 Ei
  • 1 fein geriebene, mittelgroße Zwiebel
  • 1/2 - 1 gestrichener Esslöffel zuckerfreier Senf
  • 100 g Schlagsahne bzw. 1/2 Becher
  • Salz und Pfeffer
  • Ein Hauch Piment (optional)
  • 2 EL frisch gehackte Petersilie (optional)
  • Butterschmalz zum Braten

Für die Sahnesauce

  • 1 l Rinderbrühe (selbst gemacht stets bevorzugen)
  • 500 ml Wasser
  • 200 g Schlagsahne bzw. 1 Becher
  • 1-2 TL Sojasauce (optional - ich nehme sie nicht, machen aber viele)
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack

Zubereitung

Die Köttbullar...

  1. Zunächst einmal die Zwiebel fein reiben, denn dadurch verteilt sich der Geschmack feiner (und meine armen Kinder dadurch nicht gezwungen auf diese *bäääääh* Zwiebelstücke zu beißen).
  2. Im nächsten Schritt alle Zutaten bis auf das Butterschmalz gut vermengen und nach eigenem Gusto abschmecken. Die Fleischmasse ist ein wenig flüssiger als gewohnt, aber das tut nichts zur Sache. Bitte außerdem darauf achten, ein wenig verhaltener zu salzen, da die gebratenen Köttbullar a) noch in Brühe ziehen werden und b) sowieso nach dem Garen salziger schmecken als der rohe Fleischteig. Die Masse im Kühlschrank entspannt eine halbe Stunde ziehen lassen.
  3. Nun die Hände mit kaltem Wasser benetzen und kleine, mundgerechte Fleischbällchen formen, die anschließend langsam (!) im Butterschmalz ausgebacken werden - also bitte die Pfanne nicht zu heiß werden lassen. Wenn sie erst einmal eine Weile im Butterschmalz gegart haben, sind sie stabil genug, um vorsichtig gewendet zu werden.

Entweder lässt man die Köttbullar jetzt in der Pfanne in aller Ruhe gar ziehen, weil keine Sauce benötigt wird, oder man macht es so wie ich:

Die Sahnesauce...

  1. Noch bevor die Köttbullar gebraten werden, die Brühe mit dem Wasser in einen Topf geben und kurz aufkochen lassen. Anschließend die Temperatur reduzieren, so dass die Flüssigkeit lediglich heiß ist, aber nicht siedet oder kocht.
  2. Die Fleischbällchen in der Brühe einige Minuten garziehen lassen. Dabei ist die Dauer abhängig von der Größe der Köttbullar! Einfach mal zwischendrin dem Probiertest unterziehen. Durch das Garziehen schlage ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: 1. Es verleiht der Sauce einen netten Köttbullargeschmack und 2. werden die Fleischbällchen butterzart
  3. Übergangsweise die bereits fertigen Köttbullar in eine Auflaufform geben und im Ofen bei ca. 70°C warmhalten.
  4. Nun die Sahne zur Brühe geben und die komplette Flüssigkeit durch Kochen auf die Hälfte der Ursprungsmenge reduzieren. Zwar wird die Sauce dadurch etwas "fester", ist aber natürlich weit entfernt von formstabil. Wem das zu flüssig ist, kann die Sauce mit etwas LCHF-tauglichem binden (Flohsamenschalen o.Ä.), ich mag sie pur lieber.
  5. Mit Gewürzen und optional etwas Sojasauce abschmecken. Ich brauche das jedoch nicht.

Innere Werte

Für die Köttbullar - pro Portion:

Fett 42,8 g / 74 E%

Kohlenhydrate 3,8 g / 3 E%

Eiweiß 28,4 g / 23 E%

Kcal. ca. 460

Skaldeman-Ratio 1,3

Für die Sauce - pro 100 ml (Gesamtmenge ca. 1 l):

Fett 8,2 g / 85 E%

Kohlenhydrate 0,7 g / 3 E%

Eiweiß 2,5 g / 12 E%

Kcal. ca. 89

Skaldeman-Ratio 2,56

Und was gibt es sonst noch dazu?

Wer die Köttbullar nicht pur essen möchte, macht sich dazu z.B. ein wenig Blumenkohlpüree. Dazu einfach Blumenkohl putzen und in Salzwasser garen, abgießen, ein ordentliches Stück Butter hinzugeben und mit dem Stabmixer pürieren. Abschließend mit Salz, Pfeffer und etwas Muskat abschmecken. Fertig!

Eine weitere Alternative wäre z.B. Kohlrabi- oder Zucchinigratin. Aber diese Rezepte muss ich noch notieren...

Guten Appetit wünsch ich!

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