Wie viel Protein soll es denn sein?

Nicht nur die richtige Menge Kohlenhydrate spielen eine Rolle, sondern auch das Protein sollte Beachtung finden. Einerseits ist Protein an sich essenziell, andererseits kann sich jedoch zu viel des Guten auch nachteilig auswirken.

Die tägliche Menge Protein bei LCHF:

Der Proteinbedarf liegt bei ca 1-1,5 g Protein pro Kilogramm NORMALgewicht, nicht TATSÄCHLICHES Gewicht. Das ist deshalb wichtig zu betonen, da im Falle von Übergewicht die Berechnung basierend auf dem TATSÄCHLICHEN Gewicht durchaus viel höher liegen kann und somit die Proteinmenge zu hoch angesetzt werden würde.

Es gibt diverse Berechnungsmöglichkeiten für das Normalgewicht, aber wir berechnen es der Einfachheit halber folgendermaßen:

Körpergröße in cm minus 100

Ein Beispiel:

Eine Person, die 70 kg wiegen sollte, sollte ca 70 g Protein pro Tag zu sich nehmen, wenn sie einen normalen Proteinbedarf hat.

Personen, die sich sehr viel bewegen (und damit ist mehr als zweimal pro Woche Freizeitsport gemeint), körperlich sehr hart arbeiten oder aus anderen Gründen einen erhöhten Proteinbedarf haben, sollten sich für bis zu 1,5 g Protein pro Kilo NORMALgewicht entscheiden. Ein anderer Grund ist unter anderem die Phase der Umstellung auf die Ketose, siehe Ausführungen weiter unten im Text.

Damit weicht LCHF nicht spektakulär von den gängigen Empfehlungen der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) ab, die rund 0,8 g Protein für einen Erwachsenen pro Kilogramm TATSÄCHLICHES Gewicht empfiehlt. Jedenfalls nicht so, wie man es von einer "fleischlastigen Ernährung" erwarten würde.

Die tägliche Proteinmenge sollte möglichst gleichmäßig auf die Mahlzeiten verteilt werden.

Warum sollte man die Proteinmenge im Auge behalten?

Wenn die Kohlenhydratmenge stark reduziert wird, sorgt die Gluconeogenese (Zuckerneubildung) für die Aufrechterhaltung des Blutzuckerspiegels. Die Gluconeogenese an sich ist ein sehr wichtiger Vorgang. Sie stellt dem Körper Glucose zur Verfügung, wenn diese nicht über die Nahrung aufgenommen wird - wie eben im Falle einer Ernährung wie LCHF, bei der die Kohlenhydrate minimiert werden. Einige Zellen und Organe sind stets auf Glucose als Energielieferanten angewiesen.

Wird jedoch bei einer minimierten Zufuhr von Kohlenhydraten übermäßig Protein aufgenommen, kann es kontraproduktiv für die Ketose sein - sofern angestrebt. Die Glucose wird schlicht auf einem anderen Weg ins System gebracht und kann die Ketose zunichte zu machen oder verhindert unter Umständen, dass man gar nicht erst in einen ketogenen Zustand gelangt.

In der Umstellungsphase zu LCHF auf die Ketose sollte etwas mehr Protein aufgenommen werden. Denn in dieser Phase verwenden einige Gewebe, die nach erfolgter Umstellung auf andere Energielieferanten zurückgreifen, noch Ketone. Daher ist die Gluconeogenese am Anfang erhöht, um ausreichend Energie für z.B. das Gehirn zu liefern.

, ,